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Haircut One Hundred

Gute güte, die Jungs waren tierisch. Der tighteste hölzerne „blue eyed“ Funk der Achtziger steckte in den Popsongs von Haircut 100 (bzw. Haircut One Hundred). Und wenn es hier „Jungs“ heißt, soll dies auch Jungs bedeuten: Als das erste Album erschien, waren die Bandmitglieder zwischen kaum volljährig und Anfang zwanzig. Aber spielen konnten sie wie die Teufel, da wackelte nichts, auch nicht live. Alles saß wie die Tolle derer, die der 1980 im englischen Beckenham gegründeten Band anhingen: in Deutschland galten Haircut One Hundred als ausgesprochene Popper-Kapelle.

Westliche Pelikane und weiße Pullover

Im Prinzip ist es nur ein Album, das als Vermächtnis der legendären Gruppe vorhanden ist, auch wenn dies zunächst klingt, als sei dies nur die halbe Wahrheit – angesichts des Umstandes, dass ihre Diskographie zwei Longplayer umfasst. Aber nachdem Nick Heyward bei den Aufnahmen zur zweiten Platte einen Nervenzusammenbruch erlitt und seine Vocals nicht einsang, verließ dieser die Band und startete seine Solokarriere – und das Album wurde niemals fertiggestellt. Ein dritter, offiziell zweiter Longplayer, auf dem der Perkussionist Marc Fox sang, erschien dann 1984, floppte allerdings und die Band löste sich auf. Was an Aufnahmen für die zweite Scheibe existierte, erschien, wenn auch nur als Bootleg, ein paar Jahre später. „Pelican West“, das Haircut-Debut, ist eine Platte, die bleibt, als die tighteste gleichzeitig funky und unglaublich britische Album der Achtzigerjahre. 1998 erschien eine CD-Edition mit 5 Bonustracks, die allesamt schon jeweils alleine die Anschaffung rechtfertigen. Und sie sahen ziemlich super aus in diesen Strickpullovern, wie man sie im letzten Jahr wieder trug. Aber darüber kann man sich streiten.

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