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Graffiti, das spukt

Ariel Pink and The Haunted Graffiti – was für ein Name! Und welch eine einzigartige Erscheinung in der zeitgenössischen Musikszene. Ariel Marcus Rosenberg heißt Herr Pink mit bürgerlichem Namen und gehört zu den Ausnahmeprotagonisten innerhalb der Independent-, bzw. Lo-Fi-Szene. Wobei das mit dem Lo-Fi-Aspekt mittlerweile auch nicht mehr immer stimmt: Ariel Pink lässt mittlerweile auch mehr Hochglanzelemente zu. Das würde man ja eigentlich ohnehin von jemandem erwarten, der aus Los Angeles stammt…eine Stadt, die Ariel, wie er der englischen Zeitschrift UNCUT verrät, gerade deswegen schätzt, weil sie Menschen beherbergt, die mit ihrer jeweiligen Geschichten von überall herkommen und durch sie verändert werden, selbst aber keine Geschichte hat. Und auch die Musik, die er seit vierzehn Jahren aufnimmt, kommt aus allen möglichen verschiedenen Ecken, wird in seinem Kopf durch den Wolf gedreht und aufgenommen. Am besten auf Tape. Tatsächlich existieren, so munkelt man, 500 Lieder aus der Feder von Ariel Pink auf Kassette. Und die Kassette, bzw. die Aufnahmegeräte, sind bei ihm ebenso Instrumente wie der Zufall. Wie einst von Knarf Rellöm proklamiert, gilt auch bei Ariel Pink and The Haunted Graffiti: Fehler is King. Zwar bezeichnet sich Pink selbst als einen besessenen Kontrollfreak, doch das schlägt sich nicht, beziehungsweise selten in seiner Musik nieder. Viel eher ist er der Vierspurästhetik verpflichtet. Nein! Ariel Pink scheint musikalisch nichts und niemandem verpflichtet zu sein, und trotzdem ist er stets wiedererkennbar, so wandlungsfähig er auch sein mag. Sei es Hardrock oder Reggae, was Pink verarbeitet. Aber vielleicht ist er auch nur wiedererkennbar, wenn man weiß, von wem das Stück ist. Doch das ist ja auch nicht weiter wichtig; Hauptsache, die Werke stimmen in sich, und die Vielfalt an Stilen funktioniert auch in der langen Rille. Und vor allem zählt: Pinks Musik ist einzigartig und klingt wie nichts, das man je gehört hat – auch wenn die Zutaten so wohlbekannt sind.

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