Einst als Geheimtipp gehandelt, geht es für das Werk der Wegweisenden, aber doch verschütteten Band, die 1984 aufgelöst wurde, nochmal in die Veröffentlichungsoffensive. Es war im Jahre 1978, als die drei Engländerinnen Debsey Wykes, Rachel Bor und Hester Smith eine Band gründeten. Gemeinsame Nenner der Musikgeschmacks der Mitglieder dieses Trios waren die Shangri-Las und The Undertones. Mit letzteren spielten sie dann tatsächlich auch Konzerte, ebenso wie mit den frühen The Fall. Und tatsächlich spiegeln sich diese Einflüsse auch im Sound der Gruppe wieder, die den Pop von Girl Groups der sechziger Jahre von einer Warte aus betrachtet, in deren Fundament auch das Wissen von Punk und DIY eingeflossen ist. Dolly Mixture waren auch eine der vielen Entdeckungen John Peels, der ihnen in Radio und Presse Öffentlichkeit verschaffte. Unter Vertrag genommen wurden sie dann vom großen Label Chrysalis, für das sie im Jahre 1980 ein Stück der amerikanischen Girl Group The Shirelles aus den frühen sechziger Jahren coverten und als Single veröffentlichten. Da sie aber als Mädchengruppe für Teenager vermarktet werden sollten, kehrten sie dem Major den Rücken und veröffentlichten im nächsten Jahr die Single „Been Teen“ auf Paul Wellers Imprint „Respond“, auf dem auch im Folgejahr die Folgesingle „Everything And More“ erschien. Beide 7“s wurden von Captain Sensible produziert, bei dessen Hit „Say Wot“ Dolly Mixture im Gegenzug die Backingvocals einsangen. Ein Jahr später kam dann das sage und schreibe 27 Stücke umfassende „White Album“, das vorrangig für den Legendenstatus der Band verantwortlich ist. Dieser Tage erscheint eine Vinylneuauflage dieser Scheibe(n) und ein 3-CD-Box-Set mit 32-seitigem Booklet und 56 Stücken, zum Teil remasterten Demoversionen.






