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Fear and Loathing an der Côte d’Azur

Als die wohl prominentesten Steuerflüchtlinge ihrer Zeit namen die Rolling Stones ihren Klassiker „Exile On Main Street“ in Frankreich auf. Das ist jetzt ca. 40 Jahre her.

So genau kann man das nicht bestimmen, denn Teile der Aufnahmen gehen bereits ins Jahr 1969 zurück, und außerdem gehen die Schilderungen darüber auseinander, wann was aufgenommen wurde. Kein Wunder, gelten doch die Sessions, in denen wahrscheinlich der Löwenanteil der Aufnahmen zur Platte entstand, als eine einzige Party. Dabei hatten die Stones im Prinzip nicht viel zu feiern, waren sie doch nicht zum Spaß in Frankreich, sondern weil die Steuer der Britischen Krone 90% ihrer Einkünfte haben wollte – die Stones waren pleite und nicht bereit dazu, die hohen Steuern für britische Spitzenverdiener zu entrichten. Doch richtig heimisch wurden die Engländer mit dem Image der bösen Jungs nicht im südlichen Nachbarland – nur Mick Jagger lernte als einziger Stone ein bisschen Französisch. Doch nicht nur das Heimatland wurde verlassen; man trennte sich auch von der Plattenfirma Decca, und von Manager Allen Klein. Mehr Kontrolle über das eigene Werke erreichten sie dann durch die Gründung des Labels „Rolling Stones Records“. Sie wissen schon, das mit der heraus gestreckten Zunge als Logo. Eine Pionierzeit, gefühlt noch lange bevor die rollenden Steine zu Karikaturen ihrer selbst wurden.

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