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Tisch 5

Nachdem hier im Juli Saal 2 in den Blick genommen wurde, geht es diesmal um Tisch 5. Bis auf eine gewisse Ähnlichkeit der Namen und Betätigungsfeld Musik haben beide Bands nicht viel gemeinsam. Bietet Saal 2 große Popmusik, kann man bei Tisch 5 nur von einmaligem Jazz schwärmen.

Mit dem Flow gegen die Ordnung

Bei Tisch 5 handelt es sich um ein Jazzquartett aus Hamburg, das Free Jazz mit einem Schuss Rockmusik mischt. Die ekstatische Musik ist beeinflusst von dem US-amerikanischen Stil der frühen sechziger Jahre und explodiert geradezu vor Energie. Die Selbstbeschreibung der Band auf ihrer Homepage beginnt treffend mit der Feststellung “Tisch 5 – das ist energetischer Musik, eine lebensgefährliche Angelegenheit, kein Spaziergang. Wer nicht riskiert, sich verloren zu gehen, wird nichts davon haben.” So ist es auch. Natürlich kann man als Musiker die Performance der vier Männer betrachten und versuchen, ein Muster in der Zerstörung aller musikalischen Muster zu finden, doch sollte man sich dem Flow der Band lieber hingeben. Das machen diese Ausnahmemusiker ebenfalls. Es handelt sich bei ihnen um erfahrene Musiker, die keinen Zweifel darüber aufkommen lassen, dass sie kennen, was sie hier in wilder Performance durchbrechen. Sie spielen, improvisieren und faszinieren. Der konservative Melodien-Fetischist wird sich bei einem Konzert der Formation Tisch 5 möglicherweise nicht wohl fühlen, wer aber offen dafür ist, sich selbst verloren zu gehen und sich dem energetischen Fluss dieses geballten Klangerlebnisses hinzugeben, der wird sich im Anschluss an das Konzert bereichert wiederfinden.

Nicht nur Jazzliebhaber kommen bei Tisch 5 auf ihre Kosten. Der abgedrehte Stil, der besondere Humor und das musikalische Können der Band werden auch Laien in ihren Bann schlagen.

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